Politische Strafjustiz in der Sowjetischen Besatzungszone und frühen DDR – Sachsen-Anhalt

Eröffnung: 18.06.26, 17 Uhr

Ab dem 19. Juni 2026 präsentiert das Industrie- und Filmmuseum Wolfen eine Wanderausstellung zur politischen Justiz in Sachsen-Anhalt. Sie zeigt für die Jahre 1945 bis 1952 in Sachsen-Anhalt das Agieren der sowjetischen Geheimdienste und der Militärjustiz. Diese verantworteten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in den von der Roten Armee besetzten Gebieten Mittel- und Ostdeutschlands die politische Strafjustiz und halfen, die kommunistische Herrschaft durchzusetzen.

Die Ausstellung stellt die Grundzüge der sowjetischen Besatzungsherrschaft in Mitteldeutschland vor und vermittelt einen Überblick über das von den Sicherheitsapparaten in ganz Sachsen-Anhalt errichtete Netz von Haftorten. Darüber hinaus dokumentiert sie an zahlreichen biografischen Fallbeispielen, gegen welche Personengruppen und zu welchem Zweck die Besatzungsmacht mittels Inhaftierung und militärgerichtlicher Verfahren vorging. Die Biografien stellen Menschen vor, die ohne Urteil über Jahre in sowjetischen Speziallagern wie Mühlberg, Torgau und Sachsenhausen festgehalten wurden, wo bis Februar 1950 ein Drittel der dort rund 120.000 Inhaftierten verstarb. Daneben stehen Männer, Frauen und Jugendliche im Fokus, gegen die Militärtribunale nach politischen Kriterien und auf der Grundlage oftmals unterstellter konstruierter Tatvorwürfe zumeist langjährige Strafen sowie Todesurteile verhängten.

Die Ausstellung ist als Kooperationsprojekt der Gedenkstätten ROTER OCHSE Halle (Saale), Moritzplatz Magdeburg und Deutsche Teilung Marienborn erarbeitet worden. Sie kann vom 19. Juni bis zum 1. September 2026 jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr besichtigt werden.

Zur Ausstellungseröffnung, am 18.06.26 um 17.00 Uhr laden wir Interessierte herzlich ein. Der Eintritt im Rahmen der Ausstellungseröffnung ist frei.

Foto: © Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg, 2022.

 

 

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