Filme wiederentdeckt: Grube Morgenrot

26. August 2026, 18.30 Uhr

Eintritt:  10,00 Euro (Abendkasse), eine Anmeldung wird empfohlen

GRUBE MORGENROT (DEFA 1948, s/w, 88 min)

Während der Weltwirtschaftskrise soll die Grube "Morgenrot" wegen Unrentabilität geschlossen werden. Mit dem Einsatz einer aus Sicherheitsgründen verbotenen Schrämmaschine versuchen die Kumpel, effektiver zu arbeiten und so ihre Arbeitsplätze zu retten. Nach einem Unfall mit dieser Maschine, für den man den Anführer Ernst verantwortlich machen will, schenkt die Firmenleitung den Arbeitern die für sie wertlose Grube, wissend, dass die Kohlekumpel dem Konkurrenzkampf nicht gewachsen sein werden. Nach 1945 wird der Nazigegner Ernst Leiter der nun volkseigenen Grube.

Die Handlung des Films geht auf reale Ereignisse des Jahres 1930 im schlesischen Waldburg zurück. Bereits 1934 hatte Joachim Barckhausen den Stoff der UFA angeboten, die ihn jedoch nicht inszenieren wollte. Ende des Zweiten Weltkriegs setzte sich Slátan Dudow bei der DEFA für den Stoff ein. Weite Teile des Films wurden 1947/48 in den Gruben Estav in Zwickau und Gottessegen in Oelsnitz gedreht. Zahlreiche Statisten des Films waren Bergleute. Grube Morgenrot war der erste Film der DEFA, dessen Handlungsmittelpunkt Arbeiter waren. Ein früher und selten gezeigter Film.

PROGRAMM

Einlass: 17.45 Uhr

18.30 – 18.45 Uhr

Begrüßung: Uwe Holz, Vorsitzender vom Industrie- und Filmmuseum Wolfen e.V.

Einführung: Paul Werner Wagner

18.45

Filmvorführung                      Grube Morgenrot

anschließend Gespräch mit Dr. Rainer Karlsch

Rainer Karlsch wurde 1957 in Stendal geboren. Er studierte Wirtschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und wurde 1986 zum Dr. oec. promoviert. Anschließend war Karlsch Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin, der Historischen Kommission Berlin, der Freien Universität Berlin, der TU Chemnitz und des Institutes für Zeitgeschichte München-Berlin. Er ist ein exzellenter Kenner der ostdeutschen Bergbaugeschichte, vor allem der Geschichte des Uranbergbaus bei der Wismut. Hervorgetreten ist er durch zahlreiche wirtschaftsgeschichtliche Veröffentlichungen. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen:

"Allein bezahlt? Die Reparationsleistungen der SBZ/DDR 1945–53" (1993), „Hitlers Bombe. Die geheime Geschichte der deutschen Kernwaffenversuche“ (2005), „Uran für Moskau. Die Wismut – eine populäre Geschichte“ (2008), „Vom Licht zur Wärme. Geschichte der ostdeutschen Gaswirtschaft 1855–2008“ (2008) „Die Agfa-Orwo-Story. Geschichte der Filmfabrik Wolfen und ihrer Nachfolger“ (2010 mit Paul Werner Wagner), „Leuna – 100 Jahre Chemie“ (2016), "Familienunternehmen in Ostdeutschland. Niedergang und Neuanfang von 1945 bis heute" (2023) und "Das Chemie-Dreieck bleibt! Die Privatisierung der ostdeutschen Chemie- und Mineralölindustrie in den 1990er-Jahren“ (2024).

Moderation: Paul Werner Wagner

Die Teilnahmegebühr für diese Veranstaltung beträgt 10,00 € und wird vor Beginn der Veranstaltung entgegengenommen. Um Anmeldung wird gebeten. Wir verschicken keine Anmeldebestätigungen!

„Filme wiederentdeckt“ ist eine Veranstaltungsreihe des Fördervereins „Industrie- und Filmmuseum Wolfen“ e.V. mit Unterstützung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld. Das Industrie- und Filmmuseum Wolfen ist eine Einrichtung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld.

 

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