Veranstaltungskalender

Filme wiederentdeckt: Kabale und Liebe

Filme wiederentdeckt -Veranstaltungsreihe des Fördervereins "Industrie- und Filmmuseum Wolfen" e.V. mit Unterstützung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld und der Stadtwerke Wolfen. 

am Dienstag, den 28. August 2018 - 18:30 Uhr

Industrie- und Filmmuseum Wolfen

Chemiepark, Areal A, Bunsenstr. 4, 06766 Wolfen, Tel.: 03494/636446,

Mail: info@ifm-wolfen.de                 

Leitung: Paul Werner Wagner, Kulturhistoriker, Berlin

Kabale und Liebe (DEFA 1959, s/w, 109 min)

 

Drehbuch und Regie: Martin Hellberg nach dem gleichnamigen Drama von Friedrich Schiller; Kamera: Karl Plintzner; Musik: Wilhelm Neef; Darsteller: Otto Mellies, Karola Ebeling, Wolf Kaiser, Martin Hellberg, Marion van de Kamp, Willi Schwabe, Marianne Wünscher, Uwe-Jens Pape

Schillers bürgerliches Trauerspiel führt an den Hof eines deutschen Kleinstaates im 18. Jahrhundert. Der Herzog finanziert sein luxuriöses Leben samt Mätresse Lady Milford durch Verkauf von zwangsrekrutierten Söldnern nach Übersee. Luise Miller, die Tochter des Stadtmusikus, liebt Ferdinand, den Sohn des Präsidenten von Walter. Dieser will seinen Sohn mit Lady Milford verheiraten, um stärkeren Einfluss am herzoglichen Hof zu erhalten. Ferdinand verweigert sich. Es wird eine Intrige gesponnen, die Ferdinand davon überzeugen soll, dass Luise einen anderen liebt. Er beschließt, Luise zu vergiften und selbst zu sterben. Zu spät erfährt er, dass er einer Lüge aufgesessen ist.

Der Film wurde überwiegend in Weimar gedreht, wobei im Gegensatz zum zugrundeliegenden Theaterstück Kürzungen vorgenommen wurden. Dafür wurden jedoch Szenen der Verschickung der deutschen Soldaten nach Amerika und die Reaktionen der Bürger darauf betont. Die zeitgenössische Kritik befand, dass man im Film Schiller "auf eine zugleich vertraute und doch auch bestürzend neue und gegenwärtige Art erlebt." Für Cinema war der Film eine "aufwändige Ost-Adaption des Schiller-Dramas. Fazit: Schön ausgestattet und mit Verve gespielt".

PROGRAMM

18.30 - 18.45 Uhr

Begrüßung: Horst Kühn, Vorsitzender Industrie- und Filmmuseum Wolfen e.V.

Einführung: Paul Werner Wagner, Kulturhistoriker

18.45

Filmvorführung                    Kabale und Liebe

anschließend Filmgespräch mit dem Hauptdarsteller OTTO MELLIES

Moderation: Paul Werner Wagner

Otto Mellies besuchte von 1947 bis 1949 die Schauspielschule in Schwerin. Danach Engagements an verschiedenen Bühnen der DDR. 1956 holte ihn Wolfgang Langhoff nach Berlin an das  Deutsche Theater. Dem Ensemble dieses Hauses gehörte er 50 Jahre lang an. Seit 1987 war er am Deutschen Theater viele Jahre 325 Mal als Nathan der Weise zu sehen. Otto Mellies ist ein Darsteller von besonderer Art, er ist prädestiniert für Rollen mit Charakter und Tiefe, aber auch mit Humor. Wer ihn je auf der Bühne erlebt hat, vergisst sein markante Stimme nicht. Geprägt haben ihn aber furchtbare Erlebnisse in seiner schweren Kindheit in Ostpommern am Ende des Zweiten Weltkrieges. Otto Mellies stand auch häufig vor der Kamera: bei der DEFA  als Tellheim in Minna von Barnhelm und als Fahrlehrer Hempel in Fahrschule. Im fünfteiligen Fernsehfilm- Dr. Schlüter (1965/66) spielte er die Titelrolle. Das Fernsehepos in der Regie von Achim Hübner zeigte in dem Chemiker Dr. Martin Schlüter eine sozialistische Variante einer modernen Faustfigur. Otto Mellies wurde über Nacht ein Star. Als Synchronsprecher, Rezitator und Vorleser setzt er bis heute immer wieder effektvoll den Wohlklang seiner Stimme ein.  

Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Gespräche im kleinen Kreis beim Imbiss fortzusetzen.

Wenn Sie an dieser Veranstaltung teilnehmen wollen, bitten wir Sie, sich verbindlich anzumelden. Bitte benachrichtigen Sie uns, wenn Ihnen trotz Ihrer Anmeldung eine Teilnahme unmöglich wird, da sonst Ausfallgebühren entstehen. Wir verschicken keine Anmeldebestätigungen! Die Teilnahmegebühr für diese Veranstaltung beträgt 7,00 €. und wird vor Beginn der Veranstaltung entgegengenommen. 

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