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7. Wolfener Filmtage: Kriminalfilme der DEFA

 

7. WOLFENER FILMTAGE

24. - 28. Oktober 2018

Industrie- und Filmmuseum Wolfen

Chemiepark, Areal A, Bunsenstr. 4

06766 Wolfen

 

Eine Veranstaltung des Fördervereins des Filmmuseum Wolfen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum Wolfen. Kooperationspartner und Förderer sind: Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt, Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, Tageszeitung "neues deutschland", Wohnstättengenossenschaft Bitterfeld-Wolfen und Landkreis Anhalt-Bitterfeld.

Kurator und Moderator: Paul Werner Wagner

 

KRIMINALFILME der DEFA

Verbrechen und Kriminalität in einem sozialistischen Staat waren aus Sicht der DDR-Führung undenkbar. Die Lebenswirklichkeit war jedoch anders. Weil Kriminalität auch weiterhin existierte, wurde diese als Überbleibsel eines alten, eigentlich überwundenen Systems angesehen. Vor 1961 versuchte die DEFA, die kriminellen Handlungen im Film auf die Einflüsse des Westens und der offenen Grenze zu begründen. In den letzten Jahren der DDR spiegelten die DEFA-Filme Kriminalität differenzierter und subtiler wider. In der diesjährigen Filmwoche werden 7 DEFA-Kriminalfilme gezeigt, die zwischen 1954 und 1989 Premiere hatten. Aus heutiger Sicht geben die Kriminalfilme durchaus kritische Einblicke in reale Lebenswelten der DDR-Gesellschaft. Als Gesprächspartner konnten wiederum namhafte Regisseure, Hauptdarsteller und Filmexperten gewonnen werden. Traditioneller Bestandteil der Filmwoche sind zwei Veranstaltungen mit Schülern der 10. bzw. 11. Klassen des Heinrich-Heine-Gymnasiums Wolfen und des Europa-Gymnasiums "Walther-Rathenau" Bitterfeld.

 

24. Oktober          18.30                     Begrüßung Dr. Ralf Schenk (Vorstand der DEFA-Stiftung)

                                                               ENTLASSEN AUF BEWÄHRUNG (DEFA 1965, s/w, 90')

Regie: Richard Groschupp, Drehbuch: Gerd Billing, Richard Groschupp, Kamera: Rolf Sohre, Musik: Günter Hauk, Darsteller: Heinz Klevenow, Angelica Domröse, Helga Göring, Volkmar Kleinert, Erik Veldre, Gudrun Ritter, Hans Hardt-Hardtloff, Otto Mellies, Krista Sigrid Lau,

Mit dem Motorrad hat der junge Conny Schenk einen Mann angefahren und Fahrerflucht begangen. Dafür kam er ins Gefängnis, führte sich gut, machte eine Ausbildung als Drucker und wurde vorzeitig entlassen. Nun arbeitet er in einem Betrieb, zwei Jahre auf Bewährung. Als in seiner Brigade Geld gestohlen wird, fällt der Verdacht der Meisterin sofort auf ihn. Sie klärt die Kollegen über sein Vorleben auf. Alle misstrauen ihm plötzlich. Conny betrinkt sich in seiner Verzweiflung, und in diesem Zustand trifft er auf seine Freundin Ute, die bis dahin zu ihm hielt. Nun wendet auch sie sich von ihm ab. Conny geht zu einem ehemaligen Mitgefangenen, und der spannt ihn sofort für kriminelle Geschäfte ein... Der Film gilt als eine indirekte Fortsetzung von Groschopps "Die Glatzkopfbande". 

Gesprächspartner:                             Heinz Klevenow und Angelica Domröse (angefragt)

 

Schülerveranstaltung im IFM

25. Oktober          10.00                     DIE GLATZKOPFBANDE (DEFA 1963, s/w, 78')

Regie: Richard Groschopp, Buch: Lothar Creutz, Richard Groschopp, Kamera: Siegfried Hönicke, Musik: Helmut Nier, Darsteller: Ulrich Thein, Erik S. Klein, Paul Berndt, Thomas Weisgerber, Rolf Römer, Arno Wyschnewski, Karl-Richard Schmidt, Jürgen Rothert, Paul Berndt, Jürgen Pöschmann, Jutta Wachowiak, Brigitte Krause

"Henningsdorf, im Februar 1963. Eine Lautsprecherdurchsage schreckt die Anwohner auf - von einer Bande ist die Rede, einer ‚Glatzkopfbande’, die auf Campingplätzen an der Ostsee ihr Unwesen trieb. Doch die Bürger der Stadt können erleichtert aufatmen. Der Lautsprecherwagen rührt die Reklametrommel für einen DEFA-Spielfilm, der gerade in die Kinos kommt: ‚Die Glatzkopfbande’ …"  Ohne den authentischen Hintergrund der Ereignisse vom Sommer 1961 würde sich Richard Groschopps Verfilmung "Die Glatzkopfbande" einreihen in die Vielzahl der zu Zeiten des Kalten Krieges entstandenen Polit-Krimis. Die "reale Glatzkopfbande" war eine Erfindung der SED-Propaganda, die mit großem Aufwand für die Rechtfertigung des Mauerbaus vermarktet wurde.

 

Gesprächspartner:                              Dr. Ralf Schenk 

25. Oktober          18.30                     DAS ZWEITE GLEIS (DEFA 1962, s/w, 80')

Regie: Hans-Joachim Kunert, Drehbuch: Günter Kunert, Hans-Joachim Kunert, Kamera: Rolf Sohre, Musik: Pavel Smiai, Darsteller: Annekathrin Bürger, Albert Hetterle, Horst Jonischkan, Walter Richter-Reinick, Helga Göring, Erik S. Klein, Johanna Clas, Brigitte Lindenberg, Paul Berndt, Arno Wyschnewski

Nach einem Diebstahl auf dem Güterbahnhof lässt Fahrdienstleiter Brock einen der Täter davonkommen: Es handelt sich um Runge, der im Zweiten Weltkrieg Brocks Frau - die einen jüdischen Flüchtling versteckt hielt - bei der Gestapo denunzierte. Aus Scham, weil er sich damals nicht gegen das Unrecht wehrte und für seine Frau kämpfte, hat Brock seine Identität geändert. Deshalb weiß auch seine Tochter Vera nichts vom wahren Schicksal der verstorbenen Mutter. Runge setzt den jungen Schlosser Frank auf Vera an, doch der verliebt sich in das Mädchen und entdeckt mit ihr gemeinsam die wahren Hintergründe. Als Frank daraufhin von Runge ermordet wird, bricht Brock endlich sein Schweigen über die Vergangenheit.                                                        

Das Lexikon des internationalen Films befand: "Psychologisch vertiefter Film, dessen glaubwürdiger Konflikt intensiv geschildert wird und der keine billigen Scheinlösungen anbietet. Auch formal, dank expressiver Kameragestaltung und experimenteller Musik, schwingt sich der Film zu großer Meisterschaft auf."

 

Gesprächspartnerin:                          Annekathrin Bürger

 

Schülerveranstaltung im Europagymnasium "Walther-Rathenau" Bitterfeld-

26. Oktober          10.00                                     VERNEHMUMG DER ZEUGEN (DEFA 1987, fa, 76')

Regie: Gunther Scholz, Buch: Manfred Richter, Gunther Scholz, Kamera: Claus Neumann, Musik: Friedbert Wissmann, Darsteller: Renè Steinke, Anne Kasprzik, Christine Schorn, Franz Viehmann, Johanna Schall, Gudrun Okras, Petra Kelling, Günter Junghans, Henry Hübchen, Mario Gericke,

In den 1980er-Jahren in einem Dorf in Mecklenburg. Ein Toter liegt auf dem nächtlichen Dorfplatz. Sein Mitschüler Max hat ihn mit sechs Messerstichen getötet. Eine Zeit lang schien es, als wären beide Freunde. Und beide liebten das Mädchen Viola. War Eifersucht der Grund für die Katastrophe? -Der Film basiert auf der Erzählung "Die Vernehmung der Zeugen"der Magdeburger Schriftstellerin  Inge Meyer Sie griff einen Schülermord aus dem Jahre 1974 im Dorf Parey an der Elbe auf. Ein Krimi der besonderen Art. Nicht das Rätsel um Täter oder Tatvorgang interessiert, sondern die Vorgeschichte dieser extremen Reaktion. Ein anspruchsvoller Kriminalfilm der DEFA, der zur Auseinandersetzung zwingt:                                                           

Gesprächspartner:                                             Gunther Scholz

26. Oktober          18.30                                     EINER MUSS DIE LEICHE SEIN (DEFA 1978, fa, 84')

Regie: Iris Gusner, Buch: Iris Gusner nach dem gleichnamigen Roman von Gert Prokop, Kamera: Günter Jaeuthe, Musik: Gerhard Rosenfeld, Darsteller: Helmut Straßburger, Marylu Poolman, Herbert Köfer, Karin Schröder, Otto Mellies, Karin Gregorek, Hannes Fischer, Monika Woytowicz, Hansjürgen Hürrig, Gerd Blahuschek, Getraud Kreißig, Ruth Kommerell

Eine Reisegruppe aus der DDR verbringt die Ferien in Bulgarien an der Schwarzmeerküste. Bei einem Ausflug auf eine einsame Insel zwingt ein Bootsschaden zur Übernachtung. Der Kriminalexperte Dr. Enderlein schlägt vor, sich die Zeit mit einem Mörderspiel zu vertreiben. Eine junge Frau, die eine Leiche spielen soll, findet man tot an der Steilküste. Der Verdacht auf Mord wird laut. Die unheilvolle Sitation offenbart die Charaktere der Touristen. Ein psychologisches Kammerspiel als Gruppenporträt im Freien, ein interessantes Psychogramm mehr oder weniger defekter Persönlichkeiten mit großartigen Darstellern.

Gesprächspartnerin:                          Iris Gusner

 

27. Oktober          18.30                                     DIE BETEILIGTEN (DEFA 1989, fa, 104')

Regie: Horst E. Brandt, Buch: Gerhard Bengsch, Kamera: Peter Badel, Musik: Rainer Böhm, Darsteller: Gunter Schoß, Manfred Gorr, Jürgen Zartmann, Karin Ugowski, Christoph Engel, Karin Gregorek, Katrin Knappe, Peter Kube, Wolfgang Greese, Ute Lubosch, Stefan Lisewski, Renate Heymer, Petra Hinze, Friederike Aust

Eine Kleinstadt an der Elbe im Frühjahr 1964. Aus dem Wasser wird die Leiche einer jungen Frau gefischt. Alles deutet auf Unfall hin - während der Dienstfahrt mit dem Stadtrat und seiner Mitarbeiterin soll laut Aussage der Beteiligten die Frau beim Weidenkätzchenpflücken ertrunken sein. Als Gerüchte aufkommen beginnt ein Kriminalist mit der Ermittlung. Dessen Chef ist gar nicht begeistert, weil der den Stadtrat seit Jahren kennt... Ursprünglich sollte der Stoff bereits 1966 verfilmt werden, aber nach dem 11. Plenum war dies nicht möglich. Der Film ist gespickt mit Anspielungen auf die Gegenwart: Intoleranz und Engstirnigkeit, verkommene Ethik und Moral, Geld, Materielle Werte und Privilegien diktieren die neuen Normen.

Gesprächspartner:                             Gunter Schoß

 

28. Oktober          11.00                                     ALARM IM ZIRKUS  (DEFA 1954, s/w, 83')

Regie: Gerhard Klein, Buch: Gerhard BengschWolfgang Kohlhaase, Hans Kubisch, Kamera: Werner Bergmann, Musik: Günter Klück, Darsteller: Erwin Geschonneck, Ernst-Georg Schwill, Uwe-Jens Pape, Karl Kendzia, Ulrich Thein, Siegfried Weiß, Hans Winter, Günther Haack, Marga Legal, Erich Franz

Die Westberliner Jungen Klaus und Max leben in ärmlichen Verhältnissen. Ihr Traum ist eine Boxerkarriere, und um sich Boxhandschuhe fürs Training kaufen zu können, sparen sie jeden Pfennig. Doch es reicht nicht. Und so lassen sie sich vom Kneipenwirt Klott für ein krummes Geschäft anheuern. Durch Zufall kann Klaus ein Gespräch Klotts belauschen und erfährt, dass er sich an einem Pferdediebstahl im Ostberliner Zirkus Barlay beteiligen soll, wo er gerade neue Freunde gefunden hat. Er ist empört und beschließt, den Diebstahl zu verhindern. Das bringt ihn in Lebensgefahr… Der abenteuerliche Jugendkrimi spielt an der Front des Kalten Krieges in der geteilten Stadt Berlin. Ein Film ohne vordergründige Propaganda und ganz im Stil des italienischen Neorealismus. Der Film war der Auftakt der Berlin-Filme des Erfolgsduos Klein und Kohlhaase.

Gesprächspartner:                             Ernst-Georg Schwill 


  Eintritt: 7 € 

Dauerkarte für alle Veranstaltungen: 25 €


Wegen der begrenzten Platzkapazität bitten wir um Kartenvorbestellung unter E-Mail: info@ifm-wolfen.de oder Tel.: 03494/636446



 

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